Donnerstag, 17. Oktober 2013

Erste Eindrücke vom Leben auf dem Campus

Guten Abend, werter Leser oder werte Leserin!

Inzwischen haben hier bei mir (und in zig anderen Unistädten auch, na gut) die Vorlesungen begonnen und ich konnte dort erste Eindrücke sammeln. Und Wissen - Wissen natürlich auch.
Zuerst einmal möchte ich loswerden, dass mir mein Stundenplan bisher sehr gut gefällt. Und das liegt nicht nur daran, dass er sich nicht alle drei Wochen ändert, so wie an meiner alten Schule. Mein Stundenplan ist ziemlich lückenlos und ich muss auch selten besonders früh aufstehen. Auch die frühesten Veranstaltungen beginnen nicht vor 9 Uhr und es ist alles ziemlich gut verteilt. Nur donnerstags bin ich fast den ganzen Tag unterwegs, dafür kann ich aber freitags wahlweise komplett freimachen, wenn ich das denn möchte. Es war sogar noch Zeit für einen Sprachkurs, den ich dann während meiner Studienzeit gerne noch nebenbei belegen werde.

Aber genug zur Struktur meines Stundenplans. Wie laufen denn die Veranstaltungen? Nun ja, da muss man erst einmal unterscheiden, nämlich zwischen Übungen/Seminaren und den klassischen Vorlesungen. Vergleichen wir es mal mit der Schule: Übungen/Seminare sind wie der Unterricht eines lockeren und lustigen Lehrers, der ein diskutives Gespräch mit seinen Schülern sucht und so eine lockere Atmosphäre schafft. Er vermittelt Wissen interaktiv und man kann mehr auf den einzelnen und seine Fragen eingehen (nicht zuletzt, weil da auch weniger Teilnehmer pro Gruppe sind). Vorlesungen sind dann wie die Unterrichtsstunden mit einem Lehrer, der sich selbst gerne reden hört und der Klasse eigentlich die ganze Zeit nur erzählt, wie viel er denn weiß. Obwohl das vielleicht etwas zu negativ klingt, die Professoren und Dozenten scheinen hier sehr locker und vor allem humorvoll zu sein. Besonders schön fand ich es, als wir gestern in der Vorlesung zur Veranschaulichung eine Szene aus "The Big Bang Theory" gesehen haben oder als Beispiel für die Filmanalyse heute "Indiana Jones - The Raiders of the Lost Ark" herhalten musste. Das einzig Negative bisher sind die wirklich ungemütlichen Sitze und die kleinen "Tische" in den Hörsälen und Seminarräumen und die Tatsache, dass die PCs in den Computerpools Linux als Betriebssystem haben. Ansonsten fällt mein Ersteindruck insgesamt positiv aus und die wöchentliche Statusabfrage mit einer Kommilitonin ergibt im Moment noch "Yay, ich studiere!".

Trotzdem war der heutige Tag an sich nicht allzu gut. Ich hatte zwar nur eine einzige Veranstaltung, aber der Tag begann nicht so rosig. Warum? Tja, ganz einfach: Mitten in der Nacht (um 2 Uhr) wurden wirklich alle im Wohnheim von einem schrillen Alarm geweckt. Fun Fact: Jede WG hat ihren eigenen Alarm im Gemeinschaftsraum. Luxus? NEIN! Es war verdammt laut und ich saß sofort kerzengerade und hellwach in meinem Bett. Eigentlich wollte ich nicht aufstehen, aber der blöde Feueralarm wollte auch nicht aufhören. Im Gemeinschaftsraum sah ich meine Mitbewohner schon verzweifelt und mit den Händen vor den Ohren vor dem Alarm stehen, sie waren genauso ratlos wie ich. Wir waren aber nicht die einzige WG mit diesem Problem, aus jeder einzelnen WG im Wohnheim tönte der Alarm. (Fragt nicht nach dem Sinn, das ist einfach so) Irgendwo im Zentrum hat man das sicher auch noch gehört. Kurze Zeit später stand schon die Feuerwehr mit mehreren Löschfahrzeugen vor der Tür.



Und was war ihre eine und einzige Aufgabe? Genau: Den Alarm auszuschalten. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Ganze kein richtiger Alarm war (duh!) und irgendwelche Idioten einfach nur unvorsichtig waren. Die unsanft geweckten Studenten, die sich in der Zwischenzeit neugierig auf die Balkons begeben hatten, applaudierten dem Erlöser, der den Alarm ausgeschaltet hatte, und begaben sich anschließend wieder ins Bett. Ich zumindest. Und woran lag's nu? Eine Kommilitonin (die stolz behauptet, hier bisher nur selten nüchtern eingeschlafen zu sein) hatte gestern in ihrer WG eine Party veranstaltet. Und die waren anscheinend die Auslöser, was sie ja ganz witzig fand. Sorry, aber ich nicht.
Aber anscheinend könnte sowas hier öfters vorkommen. Yay! .__.

Außerdem kam ich heute auch noch grandios zu spät zu einem (nebenbei bemerkt: epischen) Seminar. Mir fuhr der Bus vor der Nase weg und der nächste kam auch noch zu spät, und der Raum wollte ja auch noch gefunden werden. Das akademische Viertel hab ich locker überzogen, aber zum Glück durfte ich doch noch mit rein und der Dozent nahm's auch gar nicht allzu ernst. Wäre auch echt schade gewesen, wenn ich das verpasst hätte. (No sarcasm, I'm serious.) Nein, im Ernst. Das Seminar war echt interessant.
Blöd ist nur, dass wir in beiden Seminaren, die wir bisher hatten, Referate von über einer Stunde halten müssen. Und nichts da mit schultypischem Vortrags-Getue. Das Ganze soll auf eine anspruchsvollere Art und Weise präsentiert werden, denn das wird unsere Prüfungsvorleistung. Ich erinnere mich ja nur zu gerne an eine meiner Lehrerinnen, die immer ganz großkotzig behauptet hat, sie bereite uns aufs Studium vor (lehrertypische Floskeln, wer kennt das nicht). Und wisst ihr was? Die Schule hat mich nen Scheiß auf das alles hier vorbereitet! Das einzige, was die Schule vielleicht gemacht hat, ist meinen Kopf mit unnützem Wissen über Dunkelreaktionen und Vektorrechnung vollzustopfen. Und auch die Art, wie wir Referate halten durften, ist nicht Vorbereitung genug. Also alles nochmal auf Anfang!

Am Wochenende bekomme ich übrigens elterlichen Besuch. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

Das war's aber für heute (gestern).
Bis demnächst!

(Es ist ja schon nach Mitternacht! Also mal bitte alle Heutes durch "gestern" und alle Gesterns durch "vorgestern" ersetzen. Bittedankeschön!)

Donnerstag, 10. Oktober 2013

O-Phase mit "fast 19 Jahren"

Guten Abend! Oder Nacht, oder was auch immer.


Die Orientierungsphase meiner Fakultät ist diese Woche in vollem Gange, was bedeutet, dass ich aktuell von einer Veranstaltung zur nächsten stolpere. Von formellen Uni-Sachen bis hin zum fröhlichen Kennenlernabend mit den Kommilitonen ist alles dabei. Es begann am Montag natürlich wie immer formell mit einer offiziellen Begrüßung an der Fakultät durch die Dekanin. Der Fachschaftsrat stellte sich bei der Gelegenheit dann auch gleich vor, allerdings etwas studentennaher und - wie ich finde - auch etwas planloser und spontaner. So konnte ich auch das erste Mal einen der großen Hörsäle sehen und die Kopfkissentauglichkeit der Tische testen (war natürlich nur ein Scherz). Danach folgte das Mentoring unseres Studienfaches, wo das Wirr-Warr um den Studienablaufplan ein wenig entwirrt werden sollte und man uns etwas Klarheit verschaffte. Das war es aber auch soweit mit dem offiziellen Kram, danach folgten nur lockere Runden innerhalb der MK'ler (am besten gewöhnt man sich jetzt schon an diesen Ausdruck, das ist die Abkürzung für die Studenten der Medienkommunikation) und eine Führung über einen Teil des Campus (von vier), der doch glatt dreieinhalb Stunden dauerte. Zugegebenermaßen ließen wir es aber auch sehr locker angehen, immerhin ist der Großteil der O-Phase von Studenten für Studenten. Keine mahnenden Blicke der Lehrer oder böse Blicke, sondern eine lockere Atmosphäre. Beim Fahrstuhlfahren kamen wir faulen MK'ler uns auch gleich schon ein wenig näher, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir können die Kapazitäten der Fahrstühle auf dem Campus nur bestätigen. Mit Abstand am besten gefiel mir aber das sogenannte "Labor" der Medienpsychologie. Bei dem Wort musste ich, ganz stereotypisch und unpassend, erstmal an geflieste Tische mit Reagenzien und Mikroskopen (wieso habe ich gerade unseren alten Bioraum vor Augen...?!) denken - stattdessen glich dieser Raum eher einem Wohnzimmer, das jeden Besucher sofort mit einem großen Flatscreen und einer umfangreichen Audio-Technik begrüßte. Außerdem lag ein PS3-Controller auf dem Tisch Alles nur zu Forschungszwecken, versteht sich! Und bis zum dritten Semester muss ich an mindestens 15 Studien teilnehmen, Das könnte mir gefallen!

Abends trafen wir uns dann erneut in einem sehr schicken Café, um uns gegenseitig zu beschnuppern und das Fundament für erste Freundschaften aufzubauen. Es war ein gemächliches Treffen, aber es dauerte nicht lange, bis die ersten sich ihren Alkohol bestellten. Ehrlich gesagt bin ich eher der "Anti-Student" - ich bin also keine typische Partygängerin und Alkohol trinke ich selten und dann auch nur in Maßen. (das ist keine alte Schreibweise von "Massen"!) Ich hab mir einfach einen alkoholfreien Cocktail bestellt. Auf dem Kennenlernabend bekam ich durch Gespräche aber mit, dass die meisten das genau gegenteilig sahen. Tja, und nu? Ansonsten waren sie alle wirklich sehr nett und auch kommunikativ - was für ein Wunder, bei dem Studiengang! (Haha.) Und die Uni ist groß genug, da sind so viele verschiedene Arten von Menschen.
Tatsächlich habe ich auch schon den einen oder anderen Kontakt geknüpft, einen davon erst gestern/vorgestern im Nachtbus auf dem Weg nach Hause. Ein wirklich sehr nettes Mädel, mit dem ich an dem Abend nicht so viel erzählt hatte, weil wir an unterschiedlichen Tischen saßen. Heute/gestern konnte das dann aber nachgeholt werden und einige Gemeinsamkeiten waren schon vorhanden. Ich habe eine weitere Anti-Studentin gefunden! (Oder sie mich)

Heute/gestern (9. Oktober) war dann Grillen auf dem Mensavorplatz angesagt, wo die Vertreter meines Studienganges sich allesamt an einen Tisch quetschen wollten. Erst da fiel mir auf, wie vielen Leuten ich am Vortag subtil mitgeteilt hatte, dass ich "fast 19" war und in nur wenigen Stunden Geburtstag hatte. Inzwischen ist er schon vorbei - ehrlich gesagt ist der ziemlich unbewusst an mir vorbeigezogen - und ich muss sagen, dass mir bisher noch nie so viele (noch) Fremde zu meinem Geburtstag gratuliert haben. Meine Kommilitonen sind anscheinend sehr herzlich. 
Nach dem Grillen folgte noch das sogenannte "Campus@Night", was einfach nur bedeutet, dass alle Studentenclubs zum Auftakt des Semesters öffnen. Wie bereits erwähnt bin ich eher der ruhigere Typ, ein Studentenclub fiel für mich also aus, obwohl der beliebteste und größte davon direkt mir hier im Wohnheim ist. Das ist jetzt im Moment weniger praktisch, weil man draußen die besoffenen Kommilitonen hören kann, aber ich hab gerade Kopfhörer auf, da geht das noch. Und statt in einen der Clubs zu gehen, war ich mit der neuen Bekanntschaft im Filmclub hier im Wohnheim, wo heute Kurzfilme gezeigt wurden. Für meine Vorstellungen war es auf jeden Fall ruhig (und lustig) genug. Die Videos stammten aus den letzten Jahren der "Viral Video Awards" und brachten vor lauter Gelächter und das eine oder andere Lachtränchen hervor. Nach über zwei Stunden hatte man dann doch nicht mehr so viel Sitzfleisch wie zu Beginn, also verabschiedeten wir uns und so sitze ich hier gerade möglichst bequem und schräge und schreibe diesen Blogeintrag.

Viel steht in der O-Phase nun nicht mehr bevor, eigentlich stellen sich uns jetzt nur noch einige Professoren vor.Trotzdem beginnt ab morgen/heute der Stress, da die Einschreibung für Seminare und Übungen losgeht und die Vergabe dieser Plätze über meinen Stundenplan und den geplanten Italienischkurs entscheiden wird. Ich habe mich doch heute/gestern tatsächlich eindlich mal hingesetzt und mit Hilfe des Modul- und Studienablaufplans einen möglichen Stundenplan erstellt. Der wurde dann von den älteren Kommilitonen als gültig abgesegnet und jetzt muss ich es nur noch in meine gewünschten Seminare schaffen. Mal sehen! Ab der nächsten Woche geht es dann auch endlich mal los und ich bekomme am Wochenende sogar noch Besuch. Man darf gespannt sein.

Das war's aber soweit für heute, langsam werde ich dann doch etwas müde. An Geburtstagen darf man anscheinend nicht einmal ausschlafen, weil man morgens schon Anrufe bekommt.
Man liest sich im nächsten Post!

Freitag, 4. Oktober 2013

Bin da, wer noch?

Nen schönen guten Tag, wünsche ich!
Seit ein paar Tagen kann ich das auch wieder behaupten, denn der für mich anstrengendste Tag der Woche (vielleicht auch das Monats, oder Jahres?) liegt hinter mir.

Genau, Anfang der Woche ging mein Umzug über die Bühne. Ich musste sehr früh aufstehen und noch die letzten Sachen zusammenpacken, denn mein einer und einziger Umzugshelfer war schon am sehr frühen Morgen auf dem Weg. Dann packten wir meinen ganzen Kram ins Auto und schon ging es los - ich musste meiner alten Heimat "Adieu" sagen und startete, bequem auf dem Beifahrersitz, die fünfstündige Fahrt ins neue Domizil. 
Da wir so früh losgefahren waren, hatten wir nach unserer Ankunft noch sehr viel Zeit für wichtige Besorgungen. Mein Zimmer war zwar schon komplett eingerichtet, aber ein persönlicher Touch musste her. Denn als ich das Zimmer zuerst sah, bekam ich einen Schock. Es sah nicht aus, wie das Zimmer, in dem ich die nächsten Jahre leben werde, sondern wie eine Zelle in der JVA. Das lag wahrscheinlich daran, dass alles kahl und komplett leer war, bis auf die Möbel. Keine Frage, daran musste gearbeitet werden. Außerdem traf ich keine Menschenseele in der ganzen WG, was mich ehrlich gesagt etwas überraschte. Wir machten uns gleich auf den Weg zum nächsten Einrichtungsmarkt und besorgten einige neue Möbel, die meiner Meinung nach noch fehlten. Inzwischen sieht es dann doch ganz schick aus, da ich jetzt auch farbige Vorhänge (grün!) habe und mein ganzer Kleinkram dem Ganzen ein persönliches Flair verleiht. So lässt es sich hier inzwischen auch ganz gut leben, und der Ausblick aus meinem Fenster ist auch nicht zu verachten, wie ich finde. Zumindest, solange das Wetter gut ist. Aber ist das nicht meistens so?





(Ein Fliegengitter hängt auch schon, wie man vielleicht sehen kann)


Am Abend ließen meine Mitbewohner sich dann auch blicken und so schloss ich auch schon die ersten Kontakte in meiner neuen WG, die wirklich sehr international ist. Die Hauptsprache wird wahrscheinlich Englisch sein. Eigentlich habe ich damit keine Probleme, aber ich war dann heute doch froh, als sich mir ein weiterer deutscher Mitbewohner vorstellte. In der eigenen Sprache klappt die Kommunikation dann doch besser. Außerdem ist mir aufgefallen, dass mein Englisch nur in schriftlicher Form vorzeigbar ist. Ansonsten sind meine Mitbewohner aber sehr freundlich und eigentlich auch leise. Es ist jetzt schon öfters vorgekommen, dass ich dachte, ich wäre in der WG alleine und plötzlich kam jemand aus seinem Zimmer. Aber andererseits ist man auch eher unterwegs und schaut sich die Stadt an.
In meiner ersten Nacht konnte ich nicht besonders gut schlafen. Nein, es lag nicht an der Aufregung, sondern daran, dass ich in den letzten Monaten nachtaktiv geworden bin. So konnte ich aber die Chance nutzen, und abends/nachts ein bisschen mit meinen Mitbewohnern zu reden. Zumindest mit denen, die bis jetzt schon hier sind. 

Das einzige Problem ist, dass ich mich bisher nicht mit dem Internet verbinden kann. Ich bin anscheinend im Studentennetz angemeldet, aber trotzdem funktioniert das noch nicht ganz. Ich habe auch schon von Trafficlimits gehört. Sprich: Wenn man ein gewisses Datenvolumen (10 GB) überschreitet, wird man gesperrt. Aber anscheinend gilt das nur pro Tag. Glück gehabt, ich habe nämlich gerade erst eine Zeit mit limitiertem Internet hinter mir! Und so schnell verbraucht man am Tag keine 10 GB.
Und hey, der Support ist eine Etage unter mir, also gibt's bei Problemen keine Warteschleifen und Kommentare wie "Haben Sie schon versucht, es aus- und wieder einzuschalten?". Mal sehen, ob's die nächsten Tage endlich mal funktioniert!

Das war's aber erstmal soweit zu meinen Ersteindrücken im neuen Domizil.
Der nächste Eintrag folgt vielleicht sogar gleich, mal gucken.

Bis dahin!